Klanginstrumente in Schule und Unterricht
von Priska Hinterholzer
(Auszüge aus der Projektarbeit zum Abschluss der
Ausbildung Prana-Klangenergetik 2009/2010)
Ich unterrichte derzeit an einer Hauptschule in Leonding. Wir befinden uns im direkten Einzugsgebiet von Linz aber auch die Stadt Traun ist in unmittelbarer Nähe.
Meine Entscheidung mich näher mit dem Phänomen Klang auseinander zu setzen und die Ausbildung zur Klangmasseurin zu beginnen, liegt nun fast eineinhalb Jahre zurück.Bereits der erste Kontakt mit Klanginstrumenten - insbesondere natürlich mit den Klangschalen im Rahmen der Intensivausbildung zur Klangmasseurin - hat mir in meinem Leben einen neuen Weg eröffnet. Einen Weg weg von Leistungsdruck, von „immer mehr, immer schneller, immer besser,…“ - einen Weg hin zu mir selbst. Mittlerweile - nach fast einem Jahr voll intensiver Arbeit- habe ich eine große Hürde mit Bravour hinter mir gelassen und es gewagt „meine Klänge“ in mein berufliches Umfeld einfließen zu lassen.
Die Ursachen und deren individuelle Auswirkungen sind vielfältig,
die Botschaft dahinter jedoch eindeutig. Viele meiner Schüler schreien nach Hilfe! Das Spiel oder die Arbeit mit Klängen, Klangmassagen und Klangreisen bieten eine wundervolle Möglichkeit, diesem - meinem - Ziel einen großen Schritt näher zu kommen.
Sie fühlen sich vielfach verloren, überfordert, unverstanden; es fehlt ihnen an Sicherheit, Vertrauen und Halt; sie spüren sich selbst nicht mehr und verstehen ihre Gefühle nicht. Sie sind vielfach gefangen in einem Netz aus Unsicherheit und Angst und versuchen mit aller Kraft, aber völlig orientierungslos, zu entkommen.
Stress. Fernseher und Computer sind zu einem ständigen -
und manchmal auch zum einzigen Begleiter geworden; ihr
Leben ist oft auf Äußerlichkeiten beschränkt - der Blick nach
innen, das „zur Ruhe kommen“ wird vernachlässigt und oft
völlig verschüttet.
Genau hier setzen meine Vorstellungen eines sinnvollen Einsatzes
von Klängen in Schule und Unterricht an.
Zukunft.....
Die Erfahrungen, die ich in den letzten 3 Monaten mit meinen Schülern machen durfte, haben mich in meinem Vertrauen in die wunderbare Kraft der Klänge bestärkt. So hautnah miterleben zu dürfen, wie die Klangarbeit jeden einzelnen auf eine ganz individuelle Weise unterstützt, begleitet und stärkt, war und ist ein einmaliges Erlebnis. Es hat meinen Blick für die individuellen Fähigkeiten und Stärken meiner Schützlinge geschärft, hat mein Verständnis für deren - leider oft nicht ausreichend erfüllten - Bedürfnisse verstärkt und mir somit für meine gesamte Unterrichtstätigkeit neue Wege und Perspektiven eröffnet. Ideen und Möglichkeiten gibt es viele, und je näher ich mich mit der Thematik auseinandersetze umso vielfältiger und bunter werden meine Pläne!
Die Arbeit bereitet mir große Freude, bereichert meinen Lehreralltag, verbessert meinen Kontakt zu den Schülern, vertieft mein Verständnis für die großen und kleinen Bedürfnisse meiner Schützlinge und verstärkt meine Hoffnung, dass die Schule der Zukunft eine andere sein wird.
Unsere erste Klangstunde ….
(Auszug aus den Praxiseinheiten)
Alleine die Ankündigung keinen Englischunterricht zu haben, sondern eine Art Entspannungsstunde genießen zu dürfen, zauberte ein Lächeln auf die Gesichter meiner Schüler. Als sie dann den Raum betraten, waren sie sehr positiv überrascht und suchten sich rasch einen Platz auf den vorbereiteten Matten.
Die Vorfreude auf eine „andere Form des Unterrichts“ ließ die auch sonst sehr lebhaften Kinder lustig durcheinander rufen, lachen und den Lärmpegel gewaltig ansteigen.
Ich beschloss, nicht lange zu ermahnen, sondern begann stattdessen meine mitgebrachten Schalen in einem langsamen, regelmäßigen Rhythmus anzuspielen. Meine Hoffnung erfüllte sich, die Schüler wurden sehr schnell auf die neuen Klänge aufmerksam, verstummten und beobachteten mein Tun.
Nach wenigen Minuten der Einstimmung ließ ich die Schalen ausklingen und forderte die Kinder zu einer kurzen Rückmeldung auf. Sie hatten die Klänge durchwegs genossen, eine Schülerin hatte sogar ein Vibrieren des Bodens wahrgenommen.
Im Anschluss daran plauderten wir ein wenig über die Herkunft der Klangschalen, suchten im Atlas das Gebiet des Himalaya und das Hochland von Tibet und erforschten die Länder in dieser Region. Auch die Zusammensetzung und Herstellungsweise der Schalen interessierte die Kinder und ihre ursprüngliche Verwendung als Koch- und Essgeschirr hatten sie rasch herausgefunden.
Ich stellte den Kindern abwechselnd eine Schale auf eine oder beide Hände und spielte sie reihum an. Das Staunen war groß - und teilweise laut!! Die Vibrationen wurden als sehr angenehm empfunden und meist als Kitzeln beschrieben.
Die Wahrnehmungen waren aber durchaus unterschiedlich und reichten vom Kitzeln in der Hand bis zu Vibrationen den ganzen Arm hinauf. Besonderes Vergnügen bereitete es den Kindern die Vibrationen der Schale mit der Nasenspitze, dem Ohr oder den Fingerkuppen zu erfühlen und zu erspüren, oder herauszufinden, durch wie viele Hände man die Schwingungen denn wahrnehmen kann.
Eine besondere Herausforderung stellte für die Kinder die nächste Übung dar, in der wir versuchten, die angeschlagene Schale im Kreis von einem zum anderen weiter zu geben
ohne die Schwingungen zu stoppen. Es waren völlige Konzentration und ein achtsamer Umgang mit den Schalen aber auch untereinander nötig, um die Aufgabe zu bewältigen. Da
Ruhe und Konzentration nicht zu den Stärken dieser Gruppe zählt, waren einige Versuche notwendig - aber die Aufgabe wurde schlussendlich voller Stolz bewältigt.
Als Abschluss dieser ersten Klangstunde durften die Kinder noch ein wenig selbst mit den Schalen experimentieren und hatten eine Menge Spaß dabei, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren. Die Schalen wurden mit unterschiedlichen Klöppeln, oder den Fingern ganz fest aber auch ganz zart angeschlagen und sie wurden auf allen möglichen Körperstellen
aufgesetzt.
Das wunderbare Bauchgefühl, das mich durch diese Stunde begleitet hat und die Freude, die den Kindern ins Gesicht geschrieben stand, waren eine sehr schöne Belohnung für
mich. Die Fragen der Schüler am nächsten Morgen, wann wir denn wieder eine Klangstunde hätten, waren meine Motivation mit den Kindern tiefer in die Welt der Klänge einzutauchen.

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